Kontakt
an image
GeeSmachART
Pützgasse 22
53881 Euskirchen
Email: info@geesmachart.de

Phone: (02255) 950415
Fax: (02255) 950415

In Aktion: Bodyflying

Wakeboard

Fliegen, einfach abheben und davon schweben – das ist wohl einer der ältesten Träume der Menschheit. Nun gut: Im Ferienflieger haben schon viele die Freiheit, die laut Reinhard May über den Wolken ja grenzenlos sein soll, genossen. Aber fliegen ganz ohne Flügel?

So ganz ohne „künstliche“ Hilfen kommen die Himmelsstürmer auch beim Bodyflying nicht aus. Genau genommen ist der technische Aufwand sogar enorm. Ein gewaltiger Schiff-Dieselmotor mit 1200 PS treibt einen ebenso gewaltigen Propeller an. Der sorgt für den nötigen Luftstrom im senkrechten Windkanal. Gut 180 km/h Windgeschwindigkeit werden so erreicht. Das entspricht Orkanstärke. Zum Abheben langt das alleine allerdings noch nicht. Die „Flugschüler“ werden zusätzlich mit einem „etwas fülligen“ Overall ausgestattet. In dem Anzug fängt sich der Wind. Das sorgt für genügend Auftrieb um auf einem Luftkissen zu schweben. Mit der Stellung von Armen und Beinen wird gesteuert, die Flughöhe und das Gleichgewicht kontrolliert. Erfahrene Bodyflyer – viele von ihnen auch begeisterte Fallschirmspringer – schaffen so locker 15 Meter Flughöhe. Damit schauen sie aus dem oben offenen Windkanal heraus und sorgen des Öfteren für erstaunte Blicke bei den Besuchern des umliegenden Gewerbegebietes.

Aber der Reihe nach: In Hückelhoven steht die „Air Power Arena“, die einzige stationäre Bodyflying-Anlage in Deutschland. Die Idee stammt ursprünglich – wie sollte es auch anders sein – aus den USA. Ein Farmer baute einen Flugzeugpropeller in sein Getreidesilo ein, ein neuer Sport war geboren.

Lorenz Schäfer machte sich die Idee zu Eigen und errichte den senkrechten Winkanal im Hückelhovener Gewerbegebiet. Außerdem entwickelte er mit seinem Team eine mobile Bodyflying-Anlage, mit der er seit 1985 in ganz Europa unterwegs.

Bevor es ans „Fliegen“ geht steht erst einmal ein wenig Theorie auf dem Stundenplan. In der obligatorischen Einführungsstunde wird die Flughaltung erläutert und die Steuerung über die Position von Armen und Beinen. Außerdem geht es um Handzeichen und das richtige verhalten im Windkanal. Anschließend geht es zur „Einkleidung“. Fluganzug, Held, Handschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz – der riesige Schiffsdiesel und Propeller sorgen nicht nur für jede Menge Wind, sondern auch für anständig Lärm – die notwendige Ausrüstung wird gestellt. Und schon geht es los.

Erst einmal wird die Leistung des Motors und damit der Windstrom gedrosselt. Der „Flugschüler“ legt sich mit ausgebreiteten Armen und Beinen auf das stabile Schutzgitter, das ihn vom Propeller trennt. Dann wird die Drehzahl erhöht und der „Flieger“ schwebt auf dem Luftkissen in die Höhe. Zu mindest theoretisch: Ohne Hilfe des Instruktors, der für ein wenig Stabilität sorgt „rutschen“ Anfänger sehr schnell wieder vom Luftkissen und landen in den Seitenpolstern. Wie war das noch einmal in der Einweisung? Richtige Armhaltung um nach rechts und links zu steuern, Beine ein wenig anziehen um sich nach vorne und hinten zu bewegen. In der Theorie hörte sich das alles sehr einfach an. In der Praxis sorgen schon kleine Bewegungen für große Veränderungen, für zu große jedenfalls, um noch stabil zu schweben. Also im nächsten Versuch kleinere und langsamere Bewegungen und schon klappt es. Noch wenigen Minuten im Windkanal schwinge ich mich auf satte fünf Meter Flughöhe auf, bin selbst davon überrascht, verreiße und lande mal wieder im Seitenpolster. Macht nichts! Der Luftstrom bremst der Fall und sofort geht es weiter. Fünf Minuten dauert die im Grundlehrgang enthaltene Flugeinheit. Das klingt nicht gerade nach viel. Aber es langt vollkommen. Arme und Beine werden beim „Kampf mit dem Luftstrom“ ganz schön beansprucht und die Kraft lässt schnell nach. Nach etwa 30 Sekunden „Flugphase“ wird gewechselt, der nächste „Flugschüler“ ist an der Reihe und ich kann mich etwas erholen.

Ich als Anfänger starte bei gedrosseltem Motor auf dem Schutzgitter, „Profis“ springen einfach in den vollen Luftstrom. Bis dahin muss ich noch eine paar Übungseinheiten einlegen. Aber bei dem Spaß, den Bodyflying macht, sind die schon fest eingeplant. Jung oder alt, klein oder groß, leicht oder schwer, jeder kann das Gefühl der Schwerelosigkeit, das Schweben im Luftstrom erleben. Stufenlos kann die Flughöhe und der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden, immer im direkten Kontakt mit dem Trainer.

Info: www.air-power-arena.com